Pressemitteilung: PISA-Ergebnisse zeigen: Deutschland bleibt sich treu: Wieder schlechtere PISA-Ergebnisse – LSV zeigt sich zufrieden

Es gibt wenige Konstanten im Leben: Die Bahn kommt zu spät, Deutschland kämpft beim ESC zuverlässig um die hinteren Plätze – und auf eines ist ebenfalls Verlass: Die deutschen PISA-Ergebnisse geben Anlass zur Sorge.

Die Landesschüler*innenvertretung der Berufsbildenden Schulen Schleswig-Holstein zeigt sich deshalb erfreut über die beeindruckende Berechenbarkeit des deutschen Bildungssystems. Deutschland erreicht bei PISA 2025 in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften die jeweils niedrigsten Ergebnisse seit Beginn der PISA-Erhebungen. Gleichzeitig bleibt eine weitere Konstante erhalten: Bildungserfolg hängt in Deutschland weiterhin viel zu stark von der sozialen Herkunft ab. In den Naturwissenschaften liegen zwischen sozial privilegierten und benachteiligten Jugendlichen 125 Punkte – im OECD-Durchschnitt sind es 85.

Dabei war die Entwicklung keineswegs immer nur bergab. Nach den ernüchternden Ergebnissen der ersten PISA-Studien konnte Deutschland seine Leistungen zunächst deutlich verbessern. Gerade deshalb ist die aktuelle Entwicklung umso ernüchternder: Spätestens seit Mitte der 2010er-Jahre geht es in zentralen Bereichen wieder deutlich bergab. Die zwischenzeitlichen Verbesserungen zeigen schließlich, dass schlechte Bildungsergebnisse kein Naturgesetz sind.

Seit 25 Jahren wird also gemessen, analysiert und diskutiert. Wir wissen, dass der Bildungserfolg zu stark vom Elternhaus abhängt. Wir wissen, dass Schulen vor wachsenden Herausforderungen stehen. Und wir wissen, dass der positive Trend der frühen PISA-Jahre nicht selbstverständlich ist.

Man könnte also fast sagen: Deutschland hat sein Bildungssystem erfolgreich auf Berechenbarkeit umgestellt. Die Ergebnisse werden schlechter, die Betroffenheit ist groß und anschließend wird versprochen, es müsse sich etwas ändern. Bis zur nächsten PISA-Studie.

Wir freuen uns deshalb zumindest über eines: Auf unser Bildungssystem ist Verlass.

Der Landesschüler*innensprecher dazu:
„Jetzt reicht es. Ich habe wirklich die Schnauze voll davon, alle paar Jahre eine neue PISA-Studie zu bekommen, die uns erneut bestätigt, was wir längst wissen. Wir haben gesehen, dass es besser gehen kann. Wir haben gesehen, dass Verbesserungen möglich sind. Und trotzdem stehen wir jetzt bei den schlechtesten Ergebnissen seit Beginn der Studie. Das ist kein Naturgesetz und es ist auch kein Versagen unserer Generation. Das ist politisches Versagen. Irgendwann muss man aufhören, die nächste Studie abzuwarten, und anfangen, Konsequenzen zu ziehen. Wir brauchen endlich einen echten Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik – und zwar nicht auf dem Papier, sondern in unseren Schulen.“

25 Jahre sind genug

Nach einem Vierteljahrhundert PISA brauchen wir keine weitere Runde aus Analyse, Betroffenheit und Ankündigungen. Die Probleme sind bekannt. Die Diagnose ist gestellt. Und die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Veränderung möglich ist.

Was fehlt, ist Konsequenz.

Wir brauchen einen politischen Kurswechsel: ausreichend Personal, verlässliche Finanzierung und echte Bildungsgerechtigkeit – für alle Schulformen und insbesondere auch für die Berufsbildenden Schulen.

Deshalb sagen wir klar:

Es ist nicht mehr Viertel vor zwölf. Es ist Viertel nach zwölf.

Die Zeit für Problembeschreibungen und Ausreden ist vorbei. Jetzt muss gehandelt werden.

Wir brauchen keine neue Studie, die uns erklärt, dass etwas schiefläuft. Wir brauchen endlich die politischen Entscheidungen, die dafür sorgen, dass es besser wird.