Schulnoten insgesamt sind zur Bewertung der Leistung von Schüler*innen im Wesentlichen ungeeignet. Besonders ist dies in den sogenannten Talentfächern wie Musik, Kunst und vor allem auch Sport der Fall.
Zum Beispiel im Bereich Leichtathletik werden die Schüler*innen unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen an denselben Maßstäben beurteilt. Egal wie sehr sich beispielsweise ein*e unsportlicher Schüler*in bemüht, den Leistungssportler kann er oder sie eben doch nicht übertreffen.
Sportunterricht in Schule soll junge Menschen für Sport begeistern und zur Bewegung anregen. Dafür muss er motivieren, anstatt zu be- und verurteilen. Für viele weniger sportliche Schüler*innen ist die Sportnote gleichbedeutend mit einer Beurteilung ihrer körperlichen Verfassung. Ein derartiger Eingriff in höchstpersönliche und sensible Räume schreckt ab, sorgt für Schulabsentismus und gefährdet die Psyche betroffener Schüler*innen.
Anstatt Schüler*innen für ihre körperlichen Voraussetzungen zu bestrafen, muss Sportunterricht die Freude an Bewegung und Sport fördern. Und ganz selbstverständlich ist es für talentierte Schüler*innen schön, Bestätigung zu erhalten. Umso weniger angenehm ist es für weniger talentierte Schüler*innen, wenn ihnen ihr mangelndes Talent in Form einer Sportnote präsentiert wird.
Wir fordern deshalb im Sinne eines Sportunterrichts für alle die Abschaffung der Benotung im Schulunterricht und eine individuellere Alternative, z. B. in Form eines Feedbacks per Text oder im persönlichen Gespräch.
Der Landesschülersprecher dazu:
„Wer einfach nur auf die Fachanforderungen verweist, macht es sich selbst sehr einfach und verkennt die reale Situation in den Schulen. Was die Schüler*innen erleben, ist etwas anderes, nämlich, dass die Lehrkräfte am Ende doch deutlich überwiegend die sportlich gemessene Leistung der Schüler*innen bewerten.“
Elias Görth, Landesschülersprecher der berufsbildenden Schulen in SH